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10 gute Vorsätze für Streicher im neuen Jahr 2020

Musiker haben oft nur einen einzigen guten Vorsatz für das neue Jahr: Mehr! Öfter! Gründlicher zu üben! Aber wie sinnvoll sind solche Versprechen, die einem der Alltag doch in kürzester Zeit wieder abkauft? Und wie motivierend?

Unser Tipp für euer neues Jahr mit eurem Instrument lautet deshalb:

Gebt nicht dem Leben mehr Übungsstunden – sondern den Übungsstunden mehr Leben!

Probiert in 2020 einmal diese 10 guten Vorsätze aus, und freut euch über mehr Musik und Erfolgserlebnisse!

Führt ein Übungstagebuch – jeden Tag

Nein, ihr sollt natürlich keine Romane verfassen, dazu habt ihr keine Zeit. Notiert einfach 3 Stichworte für jede Übungssitzung in ein Schreibheft oder ins Tablet:

  • Vorher: Was ist mein Plan für heute? Was will ich verbessern?
  • Hinterher: War ich damit erfolgreich?
  • Und zuletzt: Welche neue, unerwartete Erkenntnis oder Aufgabe habe ich entdeckt?

Fragt euren Lehrer – jede Woche

Das Übungstagebuch hilft euch dabei, Dinge selbst zu erkennen, die ihr noch nicht gut könnt oder die euch unklar sind. Nehmt diese Fragen mit in den Unterricht und stellt sie, am besten in jeder Stunde! Viele Instrumentalschüler gehen viel zu passiv in den Unterricht und warten mehr oder weniger ängstlich darauf, was von ihnen verlangt wird. Dreht das Spiel mutig um und stellt eure Frage!

Video-Imitation – 1x im Monat

Sucht euch im Internet ein Video, auf dem eine bestimmte Bogenbewegung oder eine besonders gute Arm- bzw. Handhaltung schön zu sehen ist. Seht euch die Sequenz ein paar Mal hintereinander an; stoppt dann das Video an verschiedenen Stellen und versucht, die Haltung exakt nachzuahmen. Lasst das Video anschließend in verminderter Geschwindigkeit laufen und versucht, die Bewegung zu imitieren.

Video bei Youtube schneller lansamer abspielen

Screenshot: Youtube-Videos langsam abspielen. Klickt einfach auf das Zahnrad-Symbol!

Privates Vorspiel – 1x im Monat

Ladet eure Familie, Freunde, Nachbarn regelmäßig zu einem kleinen Vorspiel ein, in dem ihr euer aktuelles Übungsstück vorstellt oder einfach spielt, was euch am meisten Spaß macht. Ihr werdet sehen, dass ihr euren Mitmenschen damit eine Freude bereitet! Selbst eine einzige Person ist schon Publikum genug. Außerdem testet ihr, was ihr schon wirklich könnt und was mehr aus Zufall gelingt – und baut nebenbei übertriebenes Lampenfieber ab, falls ihr darunter leidet.

Öffentliches Vorspiel 1x im Vierteljahr

Wie schon gesagt, Musik zu schenken macht allen Freude. Wagt euch deshalb 1x in 3 Monaten hinaus in die „freie Wildbahn“ und sucht nach Möglichkeiten für ein kleines Vorspiel in etwas größerer Runde. Vielleicht freuen sich Menschen in einem nahegelegenen Alten- und Pflegeheim über euren Besuch mit Geige, Cello oder Bratsche; vielleicht könnt ihr den Musikunterricht an der örtlichen Grundschule, den Hort oder den Kindergarten bereichern.

Zeit für euch und eine gute CD – 1x im Monat

Räumt euch eine komplette Übungsstunde im Monat frei für den uneingeschränkten Genuss guter Musik! Hört eine CD, die euch interessiert, sucht euch ein schönes Stück im Internet heraus, ganz wie ihr wollt. Stöbert dabei auch gern in Genres, die ihr noch nicht auf dem Instrument habt. Lest, wenn möglich, die Noten mit. Ganz wichtig: Macht nichts anderes in dieser Zeit! Diese Stunde ist nur für die Musik reserviert. Eine Ausnahme sind vielleicht Reinigungs- und Pflegearbeiten an Eurer Geige.

Einen Slot für mentales Üben finden – täglich

Mentales Üben ist für viele immer noch ein Geheimtipp, dabei könnt ihr auch im Stillen und ohne Instrument viel erreichen! Unser Gehirn ist in der Lage, musikalische Zusammenhänge und insbesondere Bewegungsabläufe zu trainieren, ohne dass ihr auch nur den Geigenkoffer öffnet. Sucht euch einen Zeit-Slot in eurem Alltag, in dem ihr regelmäßig zum Nichtstun verdammt seid – z. B. im Bus oder in der Bahn. Lasst das Handy stecken, schließt die Augen und geht in Gedanken euer aktuelles Stück durch, oder gezielt eine schwierige Stelle darin. Oder eine Passage, die ihr besonders liebt. Lasst ruhig die Finger dabei zucken, vor allem aber konzentriert euch – das meiste findet in euren Gedanken statt. Ihr werdet überrascht sein, wie viel das bringt, selbst wenn ihr nur 10 oder 15 Minuten dafür findet.

Aber verpasst nicht eure Haltestelle! 😉

Switch teachers – 1x im Jahr

Auch wenn euer Geigenunterricht perfekt ist, lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Dafür müsst ihr nicht gleich einen ganzen Sommerkurs buchen. Falls euer Pultnachbar im Orchester bei einer anderen Lehrerin Unterricht hat und gern einmal euren Lehrer kennenlernen möchte, könnt ihr vielleicht einmal einen Stundentausch vereinbaren. Oder ihr sucht euch gezielt eine Möglichkeit für eine Einzelstunde in eurer Nähe – unser Geigenlehrer-Verzeichnis hilft euch dabei. Der unvoreingenommene Blick auf euer Spiel und die anderen musikalischen und methodischen Vorlieben, die ihr dabei kennenlernt, werden euch inspirieren!

Trainiert schnelles Auswendiglernen – 2x pro Monat

Musikalische Strukturen schnell erfassen zu können ist für alle Musiker unerlässlich und ein wichtiges Ziel des Unterrichts. Ihr könnt diese Fähigkeit fördern, indem ihr gezielt das schnelle Auswendiglernen trainiert. Sucht euch 1x pro Woche ein kurzes Stück, das ihr in 15 Minuten auswendig lernen wollt. Fangt mit Stücken an, die ihr leicht erfassen könnt und die keine großen spieltechnischen Herausforderungen enthalten – und steigert dann von Woche zu Woche langsam das Niveau. Seht euch die Noten kurz an, so kurz wie möglich, und probiert dann, wie viel ihr spontan auswendig spielen könnt. Nehmt das Blatt dann wieder zur Hand, aber wieder nur für einen kurzen Blick – und spielt dann erneut. Ihr werdet überrascht sein, wie viel Freude diese Übung macht, und wie viel ihr dabei lernt!

Trainiert Spielen nach Gehör – 2x pro Monat

Eine andere gute Übung für euer musikalisches Gedächtnis ist das Spielen nach Gehör. Tausende von Gitarre-Autodidakten in aller Welt sind auf diesem Weg schon zu Profi-Musikern geworden, oft sogar ohne jegliche Kenntnis im Notenlesen – das kann euch als Übung nur gut tun! Sucht euch ein Stück, das ihr gern hört, ganz egal aus welchem Genre, und versucht, es nachzuspielen. Findet zuerst die Tonart, hört das ganze Stück, und übt dann in einzelnen Sequenzen. Auch bei dieser Übung startet ihr am besten mit leichten, nicht zu komplizierten Stücken und steigert euch nach und nach.

Wir wünschen euch ein klangvolles und inspirierendes neues Jahr, und freuen uns, wenn ihr uns an euren Erfahrungen teilhaben lasst!

 

Autor:

Corilon violins

Mitglied von violinorum.de

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